DAGOBERT

DAGOBERT

DAGOBERT

"The Man who fell from Earth" ist ein seltsamer Science-Fiction-Film von Nicholas Roeg; er handelt von einem Außerirdischen, der auf der Erde strandet und ein Raumschiff bauen will, um endlich die Rückreise antreten zu können.

Eine ähnliche Ankunft ereignete sich vor ein paar Jahren in der deutschen Hauptstadt. Plötzlich tauchte da dieser Außerirdische auf (okay, er war Schweizer); ein schöner junger Mann voller Weltschmerz, in einem maßgeschneiderten, wie von einer langen Reise zerschlissenen Frack. Er trug den seltsamen Comic-Namen Dagobert. Wie man hörte, lebte er in dem Hinterzimmer eines kleinen Cafés, von nicht viel mehr als seiner Sehnsucht. Wie man weiter hörte, hatte er zuvor fünf Jahre lang wie ein Einsiedler oben in den Bündner Bergen gewohnt, sich fast ausschließlich von Reis ernährt, Lieder geschrieben und zwischendurch allerhöchstens mit einigen Steinböcken kommuniziert. Er klang nach einer Figur aus der Zwischenwelt, wahrscheinlich vom Himmel gefallen, vielleicht aber auch vor zweihundert Jahren von Josef von Eichendorff erfunden und dann in der Zukunft abgesetzt.

"Welt ohne Zeit" handelt von zehn Beziehungen, und dieses Mal, das unterscheidet sie von den Songs der ersten beiden Alben, sind es keine Sehnsuchtsgebilde; sie haben alle stattgefunden, Dagobert hat sie erlebt.
Manche sind bittersüß:
Wir hatten uns/ Wir hatten Zeit/ uns beiden gehört die Vergangenheit.Andere todtraurig:
Du hast dich weggelebt/ aus unserer jungen Welt/ und gar nicht erst versucht/ zu machen, dass es hält.

Und wieder andere lakonisch:
Ich wünsch mir so sehr/ du wärst hinter mir her/ wenn’s nicht klappt, werd ich Kosmonaut…

„Lange Jahre war ich ein schwerer Einsiedler“, sagt Dagobert, dessen R's und T's so sanft klingen wie Erlösung. "Nun bin ich endlich in Berlin angekommen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, echte Freundschaften geschlossen und konnte mich dem allen hier hingegeben.“

Ein echtes Berlin-Album also, allerdings ganz ohne Hässlichkeit und Betondecke.
Musikalisch sei dieses Album ebenfalls anders entstanden als die ersten beiden: „Früher war ich wie ein kleiner Diktator, der alles selber entscheiden wollte, obwohl es vielleicht gar nicht immer richtig war.“ Für "Welt ohne Zeit" hat Dagobert sich komplett dem jungen Musiker und Produzenten Konrad Betcher anvertraut. Zusammen mit Dagoberts langjährigem Live-Gitarristen Max Zahl verschanzten sie sich in einem einsam gelegenen Haus an einem See irgendwo in Brandenburg und schliffen die musikalischen Einfälle von Dagobert zu etwas, das tatsächlich aus einer Welt ohne Zeit zu stammen scheint; ein Konzeptalbum, wie es das eben heute eigentlich längst nicht mehr gibt.
Als Inspiration nennt Dagobert komponierende Sonderlinge wie Tiny Tim, den musikalischen Satanisten Anton LaVey, den Moog-Pionier Mort Garson, der mal eine Platte herausbrachte, mit der er angeblich Pflanzen zum Wachsen bringen konnte. Oder auch den als Sänger möglicherweise doch unterschätzten Telly Savalas. Heraushören kann man auf der neuen Dagobert-Platte aber noch viele andere Einflüsse; New Order, die frühen Depeche Mode, aber auch die unvergleichlich süßen Synthesizer-Harmonien von asiatischem Pop, hymnische Gitarren wie bei den Manic Street Preachers oder den Scorpions."Welt ohne Zeit" klingt bei all dem immer noch so schwelgerisch schön, wie man es von Dagobert gewohnt ist. Es ist aber ein bisschen fassbarer als die beiden Alben davor, stimmig und selbstbewusst, mit Liedern, die sehr aufeinander bezogen sind und trotz gemeinsamer Grundidee unabhängig voneinander schweben. Das vielleicht Beste daran: Dagobert klingt kein bisschen mehr so, als würde er sich schon bald wieder auf die Rückreise machen.

Rebecca Casati

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PRESS PHOTOS


by Max Zerrahn

DATES


Date Country City Venue
“Welt Ohne Zeit” Tour 2019; presented by DIFFUS, Kulturnews & ByteFM
Jun 01, 2019 DE Neustrelitz Immergut Festival
Jun 28, 2019 CH Riehen Hill Chill
Aug 07, 2019 CH Winterthurer Winterthurer Musikfestwochen
Aug 24, 2019 DE Schwabmünchen Singoldsand Festival
Sep 18, 2019 - Sep 21, 2019 DE Hamburg Reeperbahn Festival
Sep 29, 2019 CH Baden Royal
Oct 01, 2019 CH Zürich Kaufleuten
Oct 02, 2019 CH Luzern Schüür
Oct 03, 2019 CH Bern Dampfzentrale
Oct 04, 2019 DE Nürnberg Club Stereo
Oct 05, 2019 AT Vöcklabruck OKH
Oct 06, 2019 AT Wien Kramladen
Oct 09, 2019 DE Wuppertal Die Börse
Oct 10, 2019 DE Düsseldorf FFT
Oct 11, 2019 DE Kiel Kieler Schaubude
Oct 12, 2019 DE Bremen Lagerhaus
Oct 25, 2019 DE Halle Klub Drushba
Oct 26, 2019 DE Frankfurt am Main Brotfabrik