DIE REGIERUNG

DIE REGIERUNG

DIE REGIERUNG

Als Die Regierung 2017 mit ihrem Comeback-Album „Raus“ plötzlich wieder auf dem Plan stand, konnte niemand ahnen, dass dies erst der Anfang einer unglaublich produktiven neuen Regierungs-Welle sein würde. Drei weitere Alben sind seither erschienen: „Was“ (2019), „Da“ (2021) und „Nur“ (2023). Nun erscheint am 20.02.2025 mit „Immer Unbekannt“ das bereits fünfte Album ihrer Comeback-Phase.

 

Der Titel erinnert in seinem Understatement an die Headline der Rock-Doku über die Berliner Band Mutter, „Wir waren niemals hier“. Tatsächlich wächst mit jedem Album der Regierung ihr Legendenstatus – ihr Bekanntheitsgrad aber bleibt bescheiden. Dabei sind sich viele Musiclovers seit den 90er Jahren einig, dass der Kopf der Band, Tilman Rossmy, einer der tollsten Songschreiber in dieser Sprache ist. Und das nicht nur wegen seines viel gecoverten Evergreens „Loswerden“ aus dem Album „So drauf“ (1992).

 

Spätestens seit ihrem Album „Da“ beschäftigten sich Rossmy und seine Regierung „nur“ noch mit dem unerschöpflichen Themenkomplex der Liebe. Aber sie verfolgen dabei nicht mehr die Idee einer zwischenmenschlichen, romanhaften Liebeserzählung, also das Schreiben klassischer Love-Songs, sondern versuchen, die Liebe in einem viel größeren, transzendentalen, kosmischen, schwer zu fassenden Sinne zu begreifen: „Jedes ich lieb dich mehr als du mich und dieser ganze damit zusammenhängende Mindfuck geht den Bach runter! Dabei ist es genauso unmöglich nicht zu lieben, wie aufzuhören zu atmen. Der Albumtitel spielt natürlich auch mit unserem Status im Musikgeschäft. Aber er beschreibt aber auch das, was ich schließlich und endlich sagen will: Die Liebe ist immer unbekannt!“, so Rossmy selbst über das neue Album.

 

Auf dem Cover von Jakobus Durstewitz sehen wir zwei Ameisen, die sich auf ihren Wegen begegnen. Sie eint die gleiche Sprechblase, in der ein großes Fragezeichen steht. Wer seine Gedanken hier in Richtung Staat und Regierung freien Lauf lassen möchte, der sei herzlich dazu eingeladen. Aber der Regierung geht es bei diesem Fragezeichen tatsächlich auch wieder nur um die Liebe: „Die Liebe kann man auch Leere, Leben oder eben auch Unbekannt (?) nennen. Sie hat keinen Namen! Sie hat keinen Anfang, sie hat kein Ende und es ist unmöglich etwas über sie zu erzählen. Aber ich versuche es als Songschreiber natürlich trotzdem und scheitere dabei mehr oder weniger glorreich. Ich füge dabei immer mehr scheinbar unzusammenhängende Ereignisse und Erkenntnisse in einem Song zusammen! Und wenn es dann gut klingt, kann etwas Geheimnisvolles entstehen! Oder ich behaupte einfach, dass Lieben wie Atmen ist! So dass du checken kannst, ob das wahr ist, oder nicht. Wäre auf jeden Fall toll, oder?“. Es gibt wohl kaum einen anderen Songwriter, der die Rezeptur seines Songwritings so gnadenlos und nihilistisch offenlegt wie Tilman Rossmy.

„Einige Songs haben wir live in einem eiskalten Bunker in Bottrop aufgenommen. Der Heizlüfter konnte bei den Aufnahmen wegen der Störgeräusche nicht laufen. Am Ende waren alle krank“, erinnert sich Keyboarder Ralf Schlüter an den Aufnahmeprozess des neuen Albums. Wobei viele der neuen Lieder auf dem digitalen Daten-Highway zwischen München, Berlin, Bottrop und Bern ausgearbeitet wurden. Fertig produziert hat die Band das Album am Ende selbst. Mit Ralf Schlüter als Cheftüftler an den Reglern. „Ich empfinde das Album ein wenig als understated, auf eine Weise vergleichbar mit „So allein“ (1990), mit dem Unterschied, dass wir damals nicht anders konnten, während es dieses Mal sozusagen freiwillig so gemacht wurde“, kommentiert Rossmy die vielen Produktions-Entscheidungen.

 

Schon das Regierungs-Debüt-Album „Supermüll“ (1984), das SPEX einst als „die beste deutsche Platte der Achtziger Jahre“ bezeichnete, bestach seine Hörer:innen durch eine ganz eigenwillige Ästhetik. Seither kann man Die Regierung durchaus mit anderen legendären Indie-Legenden wie etwa Guided By Voices oder Cleaners From Venus vergleichen. Der Song ist der Star! Und eine teuer erkaufte Anbiederung an die Ästhetik der Musikindustrie gilt in diesen Kreisen nach wie vor als verdächtig. Auch wenn man es zwischendrin selbst auch mal versucht haben mag.

Die 11 neuen Regierungs-Songs jedenfalls haben trotz des ganzen Understatements, von der Titelgebung bis zum Sound, mal wieder das Zeug, zu neuen Klassikern zu werden. Zu Klassikern der Regierung wohlgemerkt; dieser beharrlichen Untergrund-Band mit ihrer treuen Fanbase, wie es sie in Deutschland ganz gewiss kein zweites Mal gibt. Darum für immer: Viel Liebe für Die Regierung.

Als Die Regierung 2017 mit ihrem Comeback-Album „Raus“ plötzlich wieder auf dem Plan stand, konnte niemand ahnen, dass dies erst der Anfang einer unglaublich produktiven neuen Regierungs-Welle sein würde. Drei weitere Alben sind seither erschienen: „Was“ (2019), „Da“ (2021) und „Nur“ (2023). Nun erscheint am 20.02.2025 mit „Immer Unbekannt“ das bereits fünfte Album ihrer Comeback-Phase.

 

Der Titel erinnert in seinem Understatement an die Headline der Rock-Doku über die Berliner Band Mutter, „Wir waren niemals hier“. Tatsächlich wächst mit jedem Album der Regierung ihr Legendenstatus – ihr Bekanntheitsgrad aber bleibt bescheiden. Dabei sind sich viele Musiclovers seit den 90er Jahren einig, dass der Kopf der Band, Tilman Rossmy, einer der tollsten Songschreiber in dieser Sprache ist. Und das nicht nur wegen seines viel gecoverten Evergreens „Loswerden“ aus dem Album „So drauf“ (1992).

 

Spätestens seit ihrem Album „Da“ beschäftigten sich Rossmy und seine Regierung „nur“ noch mit dem unerschöpflichen Themenkomplex der Liebe. Aber sie verfolgen dabei nicht mehr die Idee einer zwischenmenschlichen, romanhaften Liebeserzählung, also das Schreiben klassischer Love-Songs, sondern versuchen, die Liebe in einem viel größeren, transzendentalen, kosmischen, schwer zu fassenden Sinne zu begreifen: „Jedes ich lieb dich mehr als du mich und dieser ganze damit zusammenhängende Mindfuck geht den Bach runter! Dabei ist es genauso unmöglich nicht zu lieben, wie aufzuhören zu atmen. Der Albumtitel spielt natürlich auch mit unserem Status im Musikgeschäft. Aber er beschreibt aber auch das, was ich schließlich und endlich sagen will: Die Liebe ist immer unbekannt!“, so Rossmy selbst über das neue Album.

 

Auf dem Cover von Jakobus Durstewitz sehen wir zwei Ameisen, die sich auf ihren Wegen begegnen. Sie eint die gleiche Sprechblase, in der ein großes Fragezeichen steht. Wer seine Gedanken hier in Richtung Staat und Regierung freien Lauf lassen möchte, der sei herzlich dazu eingeladen. Aber der Regierung geht es bei diesem Fragezeichen tatsächlich auch wieder nur um die Liebe: „Die Liebe kann man auch Leere, Leben oder eben auch Unbekannt (?) nennen. Sie hat keinen Namen! Sie hat keinen Anfang, sie hat kein Ende und es ist unmöglich etwas über sie zu erzählen. Aber ich versuche es als Songschreiber natürlich trotzdem und scheitere dabei mehr oder weniger glorreich. Ich füge dabei immer mehr scheinbar unzusammenhängende Ereignisse und Erkenntnisse in einem Song zusammen! Und wenn es dann gut klingt, kann etwas Geheimnisvolles entstehen! Oder ich behaupte einfach, dass Lieben wie Atmen ist! So dass du checken kannst, ob das wahr ist, oder nicht. Wäre auf jeden Fall toll, oder?“. Es gibt wohl kaum einen anderen Songwriter, der die Rezeptur seines Songwritings so gnadenlos und nihilistisch offenlegt wie Tilman Rossmy.

„Einige Songs haben wir live in einem eiskalten Bunker in Bottrop aufgenommen. Der Heizlüfter konnte bei den Aufnahmen wegen der Störgeräusche nicht laufen. Am Ende waren alle krank“, erinnert sich Keyboarder Ralf Schlüter an den Aufnahmeprozess des neuen Albums. Wobei viele der neuen Lieder auf dem digitalen Daten-Highway zwischen München, Berlin, Bottrop und Bern ausgearbeitet wurden. Fertig produziert hat die Band das Album am Ende selbst. Mit Ralf Schlüter als Cheftüftler an den Reglern. „Ich empfinde das Album ein wenig als understated, auf eine Weise vergleichbar mit „So allein“ (1990), mit dem Unterschied, dass wir damals nicht anders konnten, während es dieses Mal sozusagen freiwillig so gemacht wurde“, kommentiert Rossmy die vielen Produktions-Entscheidungen.

 

Schon das Regierungs-Debüt-Album „Supermüll“ (1984), das SPEX einst als „die beste deutsche Platte der Achtziger Jahre“ bezeichnete, bestach seine Hörer:innen durch eine ganz eigenwillige Ästhetik. Seither kann man Die Regierung durchaus mit anderen legendären Indie-Legenden wie etwa Guided By Voices oder Cleaners From Venus vergleichen. Der Song ist der Star! Und eine teuer erkaufte Anbiederung an die Ästhetik der Musikindustrie gilt in diesen Kreisen nach wie vor als verdächtig. Auch wenn man es zwischendrin selbst auch mal versucht haben mag.

Die 11 neuen Regierungs-Songs jedenfalls haben trotz des ganzen Understatements, von der Titelgebung bis zum Sound, mal wieder das Zeug, zu neuen Klassikern zu werden. Zu Klassikern der Regierung wohlgemerkt; dieser beharrlichen Untergrund-Band mit ihrer treuen Fanbase, wie es sie in Deutschland ganz gewiss kein zweites Mal gibt. Darum für immer: Viel Liebe für Die Regierung.

Liebe, nicht die Beziehungs-Liebe, sondern die, die immer da ist und deshalb niemals kommt, die Leinwand, auf die der Film projiziert wird, aber wo ist sie jetzt?
Psychedelics sind wieder da, so viel effektiver als jede andere Medizin, wenn es darum geht Irrtümer aufzulösen.
Was macht ein gebürtiger Essener auf einer Straße in Duisburg, der keinen Grund mehr findet, noch einen Schritt weiterzugehen, bevor dann Putin um die Ecke kommt?
Wie geht der spirituell Suchende um mit dem ganz normalen Wahnsinn, der so präsent ist in Indien?
Dies sind Themen, die Tilman Rossmy, den Songschreiber der Regierung umtreiben, um sie dann mit wenigen nachlässig gespielten Akkorden den Musikern der Band zu übergeben, die dann am Ende doch immer wieder sophisticateres Klanggut daraus machen.

Und so klingt es, wenn Keyboarder Ralf Schlüter den Prozess der einzelnen Songs – Track by track - beschreibt:

Nichts ist wirklich

Eine erstaunliche Komposition mit modaler Rückung und überraschender Gesangsphrasierung. Wie macht Tilman das nur? Vermutlich sind es die Lücken.

Wenn die Liebe ruft

… hat eine sehr positive Ausstrahlung, ein Indie-shuffle mit den Changes von „I wanna be your dog“. Das passende Zitat findet sich mit „Creole Love Call“ als Hommage an Duke Ellington, gespielt über einen Ringmodulator – einem der abwegigsten Effekt-Geräte überhaupt, unterlegt mit Schnipseln einer DDR Hörspielgeräusche-Schallplatte und Drummer Alexander Lieven is banging a tin cup.

Die Liebe, die niemals kommt

…es hat diebische Freude gemacht, die „Radioliebe“ harmonisch über die Klippe zu schubsen. Allerdings haben wir uns damit auch in den Fuß geschossen, da es live nur mit mehrfarbigem Akkordzetteln und höchster Konzentration spielbar ist. Ungewöhnlich komplex für die Regierung, funktioniert aber und klingt, zumal mit Kilezas fantastischen Chören.

Stop
Bei dieser Monsterbiene gibt Robert Lipinski mit seinen catchy Fuzz Bass-Riffs den Ton an. Dieser gezerrte Retro-Rocksound wird bestimmt auch live gut kommen, unterwegs im Namen der Liebe. Sowieso.

Indien

Konzept war pro Person ein Ton zur Zeit, so dass Alexander Lieven dieser lineare Drumbeat aus dem Kopf fiel. Dazu noch ein Wave-Bass und eine kleine Major-Tom-Melodie, aber am Ende sind Konzepte doch da, um sie wieder zu verwerfen, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt haben.

Die Tür
Hier war zuerst die Musik von Ivi Vucelic mit diesen Cello Artigen E-Bow-Sounds da. Dann wurde der Rest hinzu getüftelt. Nicht ganz einfach bei dieser fünfeckigen Form. Ergebnis ist Jazzclub-Ambiente mit lyrischer Information per Telefon.

Wo ist die Liebe jetzt?
Da haben wir mit Abstand am längsten getüftelt. Die sich windende Form hat es etwas von Proto-Prog bis endlich der Shoegaze Chorus einbricht. Schlussendlich aber bleiben alle Fragen offen und die Regierung verabschiedet sich ins Rauschen.

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PRESS PHOTOS


Fotos : Martin Steinacker

DATES


Date Country City Venue
Immer Unbekannt
11.03.26 DE Würzburg Z 87

Address: Frankfurter Straße 87.

12.03.26 DE Wuppertal Die Börse
13.03.26 DE Hamburg Hafenklang
14.03.26 DE Berlin Neue Zukunft